Ausbildung neu denken: Warum Unternehmen stärker auf die Perspektive junger Talente hören sollten

Takeaways & Key Learnings

  • Digitale Selbstverständlichkeit verändert die Ausbildung
  • Recruiting muss die Generation von morgen ansprechen
  • Mentoring schafft Orientierung und Bindung
  • Unternehmenskultur entscheidet über den Verbleib

Interview mit Heike Kemper-Flörke

Du arbeitest seit 2011 in der Personalentwicklung und verantwortest sie heute in einem mittelständischen Unternehmen. Was hat sich in dieser Zeit im Blick auf Auszubildende und Nachwuchs am stärksten verändert?

Das Selbstverständnis im Umgang der Digitalität der Azubis, das hat sich am sichtbarsten verändert.

Du sagst, Du möchtest Menschen und Prozesse auf eine gute Weise hinterfragen und neu denken. Welcher Prozess in der Ausbildung würde Dir als Erstes einfallen, den viele Unternehmen dringend überdenken sollten?

Der Recruiting-Prozess. Hier finde ich, denken Unternehmen noch sehr aus der „Boomer-Generations-Perspektive“. Das dürfte sich ändern, hier dürfte sich für mich der ganze Prozess ändern.

Gerade im Mittelstand sind die Ressourcen für die Ausbildung oft begrenzt. Wie gelingt es trotzdem, Azubis gut zu begleiten und ihnen echte Entwicklungsperspektiven zu eröffnen?

Einfach Mentoring. Stell neuen Menschen im Unternehmen, egal ob Azubi oder frisch fest angestellter Person, einen anderen Menschen an die Seite, der in den ersten 3 bis 6 Monaten alle Fragen beantwortet, Prozesse erklärt, hilft, Netzwerke aufzubauen, Sicherheit zu geben. Das schaffen auch mittelständische Unternehmen.

Du hast Dich zuletzt zur Fachkraft für People- und Culturemanagement weitergebildet. Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur dafür, ob junge Menschen nach der Ausbildung bleiben?

Eine große. Du verbringst ja viele „wache“ Zeit mit Deinen Kolleginnen und Kollegen. Da spielt die Kultur, wie man miteinander umgeht, wie stringent, transparent, verlässlich Prozesse und Menschen sind, eine große Rolle. Und eine gute Unternehmenskultur verbindet die Fach- und die People-Kultur miteinander.

Was würdest Du Ausbildungsverantwortlichen mitgeben, die ihre Ausbildung weiterentwickeln wollen, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen?

Fragt eure Azubis, fragt junge Erwachsene in eurem Umfeld. Die wissen, was sie brauchen. Und auf diese Antworten darf man vertrauen und seine Arbeit aufsetzen. 🙂

Autor Info

Interview mit Heike Kemper-Flörke, Moderation, Personalentwicklerin, Die Moderationsboutique.

Vortrag DALK 2026
11. November 2026, 11:15–12:15 Uhr
Entwicklung & Mentoring
Wie bindet Ihr Azubis bis zur Fachkraft?